
Seit dem 24. Februar 2022 bestimmt der Krieg das Leben der Menschen in der Ukraine. Zahlreiche Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft stehen ihnen mit humanitärer Hilfe zur Seite.
4 Jahre seit der großflächigen Eskalation des Krieges – das bedeutet für Millionen Menschen in der Ukraine: kein Alltag, wie er einmal war. Häuser sind zerstört, Familien getrennt, Frontlinien verlaufen durch vertraute Orte.
Und doch entsteht Hoffnung durch reparierte Fenster, warme Stuben, Schutzräume für Kinder und Ältere, Kliniken und Frauenhäuser, in denen Heilung wieder möglich ist.
Es sind Helfer:innen, die all das mit ihrer Arbeit möglich machen – mit tatkräftigem Einsatz, Zeit und Mitgefühl. Sie spenden nicht nur konkrete Hilfe, sondern auch Zuversicht dort, wo sie am dringendsten gebraucht wird.
In Staryi Saltiv, nahe der Frontlinie, lebt Iryna mit ihrem Sohn Pavlo und ihrer Mutter Lyudmyla. Angriffe haben ihr Haus schwer beschädigt, alle Fenster gingen zu Bruch.
Dank der Bündnisorganisation arche nova konnten die Fenster schnell ersetzt werden.
Neben der Arbeit in einer Apotheke kümmert Iryna sich um den Haushalt, den Garten, ihre Mutter und um ihren Sohn, der mit einer Behinderung lebt.
Iryna mit ihrer Mutter Lyudmyla. Lyudmyla ist 74 Jahre alt und an Krebs erkrankt. Iryna spart jede Griwna für die nächste Chemotherapie.
Mit der Hilfe von arche nova konnten die zerbrochenen Fenster ersetzt werden. Weitere Reparaturen müssen warten – Vorrang haben die Behandlung ihrer Mutter und die Betreuung ihres Sohnes.
Iryna kümmert sich um die Wäsche, während Explosionen, Sirenen und die Sorge um ihre Mutter und ihren Sohn zu ihrem Alltag gehören.
"Ich danke den Menschen von arche nova dafür, dass sie unsere dringendsten Ängste wahrnehmen und sich darum sorgen, wie wir leben und den Winter überstehen können."
Auch Anna (40) erhält Unterstützung beim Wiederaufbau. Als Drohnen eine Fabrik nahe ihres Hauses in Izium trafen, wurden Fenster und Dach beschädigt. Die Familie verbrachte die Zeit der Besatzung in einem feuchten Keller.
Nach ihrer Rückkehr ins Haus verschlossen sie die kaputten Fenster notdürftig mit Holzplatten und lebten monatelang in Dunkelheit.
Im Herbst 2025 reparierte der CARE-Partner CFSSS (Charity Foundation Stabilization Support Services) alle elf Fenster.
Für die achtjährige Sasha war das ein Schlüsselmoment: „Wow, es ist so hell im Haus“ – Licht, das Sicherheit und ein Stück Normalität zurückbrachte.
Der Winter 2025/26 trifft die Menschen in der Ukraine besonders hart. Stromausfälle, zerstörte Heizungen und gefrorene Leitungen machen den Alltag lebensgefährlich.
Familien, ältere Menschen und Geflüchtete brauchen vor allem Wärme, Nahrung, Schutz. Die Bündnisorganisationen versorgen sie mit dem Nötigsten, damit niemand im Kalten zurückbleibt.
Nicht nur Familien sind betroffen, auch ländliche Arztpraxen und Gesundheitsstationen funktionieren aufgrund der Kälte kaum noch. Durch den Beschuss ist das Energiesystem vielerorts beschädigt, Heizungen fallen aus.
In der Region Sumy unterstützen die Johanniter medizinische Einrichtungen mit Brennstoff, damit Behandlungsräume und Medikamentenlager warm bleiben.
Für Menschen wie Olga aus Novopetrivske sind diese Hilfen lebensrettend:
Die Briketts waren meine Rettung. Sie geben Wärme, Sicherheit – und das Gefühl, dass wir nicht allein sind.
Olga
Wenige Kilometer von der Front entfernt musste die Lehrerin Olena mit ihren Töchtern Sofia (13) und Anastasiia (15) zum dritten Mal seit der großflächigen Eskalation des Krieges fliehen.
In Lwiw fanden sie in einer Sozialwohnung für Mütter mit Kindern Schutz sowie psychosoziale und rechtliche Unterstützung.
Die Rückkehr in Olenas Beruf gibt ihr Halt, während ihre Töchter durch Musik- und Tanzkurse ein Stück Normalität zurückgewinnen.
Für viele Kinder in der Ukraine ist der Krieg längst Alltag: Sirenen, zerstörte Schulen, Nächte in Kellern. Orte, an denen sie unbeschwert spielen oder einfach Kind sein können, sind selten.
In Kiew (Kyjiw) betreibt World Vision gemeinsam mit der Organisation Arms of Mercy einen Child Friendly Space – einen Schutzraum, in dem Kinder lachen, malen und wieder Vertrauen fassen können.
Psycholog:innen arbeiten hier daran, spielerisch Ängste abzubauen und innere Stabilität zu stärken.
Unsere kinderfreundlichen Räume sind wichtige Rückzugsorte, in denen Kinder in schwierigen Zeiten Heilung finden und ein Gefühl der Normalität entwickeln können.
Alona, Beraterin für Kinderschutz und psychosoziale Unterstützung bei World Vision
Nataliia (89) wurde von ukrainischen Soldaten als letzte verbliebene Bewohnerin ihres Heimatdorfs in Sicherheit gebracht.
Heute lebt sie im Pflegeheim Bashtanka, das von AWO International und deren lokalen Partner Rokada renoviert wurde.
Dort erhält sie Pflege und Aufmerksamkeit – und nach all den Verlusten vor allem menschliche Wärme.
Ältere Menschen suchen in Notunterkünften vor allem nach Gemeinschaft. Yaroslava (69) und Anatolii (70) flohen aus Kachowka nach Lwiw.
Im Community Safe Space von HelpAge haben sie einen Ort gefunden, an dem sie sich wieder dazugehörig fühlen. Yaroslava nimmt an Bewegungskursen und Kreativangeboten teil, Anatolii spielt Schach und findet Halt im Gespräch mit anderen.
Heute kann ich das Warngeräusch hören, ohne direkt Herzrasen oder schwitzige Hände zu bekommen.
Natalya
Nach Monaten ständiger Bombardierungen floh Natalya mit ihrer Familie aus Charkiw – doch die Angst blieb. In einem von CARE unterstützten Safe Space lernte sie Atemtechniken gegen Stress.
Natalya fand in Gruppensitzungen zu Ruhe und Selbstvertrauen zurück – wie viele Frauen in den Frauenhäusern von Eleos, dem lokalen Partner der Johanniter, bieten diese westlich von Kiew Zuflucht für Betroffene von Gewalt ohne Heim.
In hellen Räumen helfen Kunsttherapie, Gespräche, Medizin und praktische Unterstützung, Vertrauen und die eigene Kraft wiederzuentdecken.
Frauenhaus in Solotvyn in der Westukraine
"Für die Frauen ist dieser Ort Heilung. Sie brauchen Stille, um in sich selbst hineinhören zu können." - Maryana, Psychologin im Haus
Tetyana, Leiterin des Frauenhaus-Projekts bei Eleos
Kunsttherapie-Session mit verschiedenen Saaten
Gemeinsames Buffet im Garten des Frauenhauses
Ein Schlafzimmer im Frauenhaus in Solotvyn
Einzelgespräche im Frauenhaus geben Frauen wieder Halt im von Unsicherheit geprägten Alltag
Auch in Rivne öffnen sich Türen zu einem neuen Leben. In der Klinik von der Hilfsorganisation 100 % Life, lokaler Partner der Johanniter, werden Frauen kostenlos gegen Hepatitis C behandelt. Viele von ihnen haben Gewalt und Stigmatisierung erlebt.
Hier spielt es keine Rolle, wo du herkommst. Es ist ein Luxus, mit Würde behandelt zu werden.
Nadja (Name geändert), Patientin
Manche Menschen finden nach der Flucht ein provisorisches Zuhause, andere stehen noch am Anfang dieses Weges.
Tag für Tag begleiten freiwillige Helfer:innen jene, die noch in der Gefahrenzone ausharren. Für sie beginnt der Neuanfang oft auf der Straße – im wahrsten Sinne des Wortes.
Wie ist die humanitäre Lage vor Ort?
In der Ostukraine bringt das Projekt Road of Hope von Eleos und den Johannitern Menschen aus Frontgebieten in Sicherheit.
Mehr als 650 Frauen, Männer und ältere Menschen konnten so evakuiert werden.
Ich bin so dankbar für die Hilfe. Es ist so wichtig, dass ich nicht allein bin.
Alla (77) aus Dmytrivka
Dieses Video zeigt die Arbeit des Teams Road of Hope.
Katerina, 74 Jahre, und Stanislav, 81 Jahre, leben heute in einem umgebauten Studierendenwohnheim in Zaporizhzhia, das Zuflucht für 250 Vertriebene bietet. Ihr Haus in Huliaipole wurde von Granaten zerstört.
Ich wollte unser Zuhause beschützen. Ich dachte, meine Anwesenheit rettet es.
Stanislav
Stanislav blieb sechs Monate inmitten täglicher Explosionen – bis eine Rakete das Dach einstürzen ließ.
Schwer verletzt traf er im Krankenhaus wieder auf Katerina. Gemeinsam zogen sie in das Wohnheim.
Im November 2024 explodierte eine Fliegerbombe nebenan: Über 100 Fenster zerbarsten. CARE-Partner CFSSS (Caritas Franciszkanska Serving Society of Sisters) reparierte sie und schenkte den Bewohner:innen Hoffnung.
Danke, dass Sie uns nicht vergessen haben. Danke, dass die Welt uns hilft. Danke, dass Sie sich um uns sorgen. Es ging so schnell und wir hatten wieder Fenster.
Katerina (74)
Die ganze Geschichte lesen Sie hier.
Als Beschuss ihr Dorf bei Pokrowske traf, flohen Dmytro (68) und Liubov (56) westwärts – nur mit dem Nötigstem und ihren Bienenstöcken auf einem Anhänger.
Über Monate suchten sie Sicherheit für sich und die Bienenvölker. Bei Dnipro starteten sie neu: Mit Unterstützung von World Vision nahmen sie an einem Imkerkurs teil und erhielten Mittel für den Wiederaufbau ihrer kleinen Imkerei.
Die finanzielle Unterstützung hat uns Hoffnung gegeben. Sie hat uns glauben lassen, dass wir unser Leben wieder aufbauen können.
Dmytro (68), Imker aus Pokrowske
Inzwischen summt es wieder im Garten – leise, beständig, wie ein Zeichen, dass selbst in Zeiten des Verlustes etwas Bestand hat.
Die ganze Geschichte lesen Sie hier.
Aktion Deutschland Hilft steht weiter zu den Menschen. Der Bedarf bleibt enorm.
♡ erhalten Familien im Kriegsgebiet warme Mahlzeiten.
♡ versorgen wir Menschen mit Medikamenten und ermögliche medizinische Versorgung.
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♡ ermöglichen wir Kindern und Erwachsenen psychosoziale Unterstützung.
♡ schaffen wir sichere Orte für Kinder und ältere Personen.
♡ unterstützen wir Schutzsuchende mit Trinkwasser, Lebensmitteln und Hygieneartikeln.