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Hochwasserhilfe Deutschland - ein Jahr danach

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Die Bilder der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und NRW sind nicht vergessen. Genauso wenig wie die Schicksale der betroffenen Kinder und Erwachsenen.

Dank Ihrer Spenden steht Aktion Deutschland Hilft den Menschen zur Seite – solange es nötig ist.
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Am Tag der Flut waren die Feuerwehrmänner aus Heimerzheim seit dem Nachmittag im Einsatz. Erst, um Keller auszupumpen und schließlich, um Menschen aus ihren, von Wassermassen eingeschlossenen, Autos zu befreien.

Währenddessen setzte der Swistbach die Feuerwache unter Wasser.

"Es war eine absolute Ausnahmesituation für uns und auf einmal waren wir selber hilfsbedürftig", erinnert sich Löschgruppenführer Jens Koßmann.
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Die Flut zerstörte einen Großteil der Ausrüstung, die die Mannschaft für Rettungseinsätze oder Schulungen braucht.

Die Feuerwehr erfuhr von Help – Hilfe zur Selbsthilfe, einer Bündnisorganisation von Aktion Deutschland Hilft. Sie unterstützt soziale Einrichtungen, Sport- und Fördervereine.

"Eine Woche, nachdem ich die E-Mail an Help geschrieben hatte, war die erste Zahlung da. Völlig unkompliziert und schnell", sagt Martin Rayson von der Freiwilligen Feuerwehr.
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Mitten in Dernau im Ahrtal hat der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Wohnraum für Seniorinnen und Senioren geschaffen. "Es war uns wichtig, die älteren Menschen zurück in den Ort zu holen", sagt Helferin Jutta Knieps.

Gerade ist das Mittagessen angekommen, die Bewohner:innen treffen sich dafür im Gemeinschaftsraum. Eine der neuen Routinen, die Halt geben.


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Vielen Menschen seien die Erlebnisse der Flut noch anzumerken, etwa wenn es regnet, sagt Jutta Knieps.

Das Team vom ASB steht den Menschen in schwierigen Momenten zur Seite: Bei Starkregen klopfen die Helfer:innen an jede Tür und fragen, ob alles in Ordnung ist. Bei schlechtem Wetter gibt es Spiele-Nachmittage, damit niemand alleine ist. Auch eine Psychologin ist regelmäßig zu Besuch.
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Katrin Zetsch-Josten zeigt auf den Holunderbaum in ihrem Garten und auf ihr Zuhause – eine Baustelle.

Das Leben der Dernauerin ist seit der Flut ein anderes. Ihren Job als Lehrerin hat sie gegen die Arbeit im Senior:innendorf des ASB eingetauscht. Das Ahrtal und der Wiederaufbau stehen für sie an erster Stelle.

Zurzeit lebt sie in einem Tiny House der Johanniter, einer weiteren Bündnisorganisation von Aktion Deutschland Hilft.
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Die Zerstörung am Wohnhaus war groß. Doch schon wenige Tage nach der Flut stand für die Familie fest: "Wir bauen wieder auf."

Was Katrin Zetsch-Josten auf dem Weg Kraft gibt: "Die Menschlichkeit, die riesengroße Solidarität, die ist da und die trägt."
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"Nach der Flutwelle kam eine Helferwelle", sagt Lucas Bornschlegl (links).

Er ist einer der Initiatoren der AHRche, einer lokalen Initiative in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Sie wurde nach der Katastrophe ins Leben gerufen und wird von ADRA unterstützt, einer Bündnisorganisation von Aktion Deutschland Hilft.
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Auch Odendorf, ein kleiner Ort in Nordrhein-Westfalen, wurde schwer getroffen. Der Orbach, hier fast ausgetrocknet im Mai 2022, war mehrere Meter angeschwollen.

Als in der Flutnacht die nahe Steinbachtalsperre zu brechen drohte, musste das Dorf evakuiert werden.

Ein Ausnahmezustand, der in den Menschen auch ein Jahr später nachwirkt.
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Kurz nach der Flut gründete sich der Bürgerverein Odendorf. Dreh- und Angelpunkt sind eine Facebook-Gruppe und ein Zelt in der Ortsmitte.

"Wir haben ein großes Netz gesponnen, damit Betroffene möglich schnell Hilfe finden", sagt Kai Imsande. Der Bürgerverein wird vom Paritätischen Gesamtverband unterstützt und kooperiert mit weiteren Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft.

Viele Häuser, die von außen bewohnbar scheinen, sind im Inneren weiterhin Rohbau. Kai Imsande weiß: "Auch bei vielen Menschen ist es wichtig, hinter die Fassade zu blicken."
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Ein mobiles Hilfscafé – ein Ort für Gespräch, Beratung und Unterstützung  – ermöglicht das Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care, eine weitere Bündnisorganisation.

Helfer:innen fahren regelmäßig verschiedene Plätze im Ahrtal an. Dort können sich die Menschen von Expert:innen bei Anträgen, Bau- und Versicherungsfragen beraten lassen und bei Kaffee und Kuchen etwas Ruhe finden.


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Katrin Haustein ist mit dem mobilen Café im Ahrtal unterwegs:

"Was mir am meisten Freude bereitet, sind die Gespräche mit den Menschen. Besonders schön ist es, wenn wir merken, dass sie wieder und wieder zu uns kommen. Dass Vertrauen entstanden ist und ihnen die Gespräche mit uns helfen."



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"Es war ein sehr bewegendes und sehr anstrengendes Jahr. Trotz allem hat es mir viel Gutes gebracht. Ich habe viele liebe Menschen kennengelernt“, sagt Mathilde Zimmer (rechts).

Elfie Schütz: „Ich auch – und du gehörst dazu!"
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Beide Frauen haben die Flut im Ahrtal miterlebt. Sie kamen danach in derselben Pension unter, gründeten eine "Flut-WG" und gaben einander Halt.

Durch einen Zufall sind sie auch ein Jahr nach der Flut Nachbarinnen – und Freundinnen.

Die ganze Geschichte finden Sie hier. 
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Mathilde Zimmer und Elfie Schütz wohnen zurzeit in Mobilheimen – finanziert von Spenden, die nach der Katastrophe an Aktion Deutschland Hilft gingen.

Auch mehrere Bündnisorganisationen haben Mobilheime und Tiny Häuser finanziert. Insgesamt sind in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen über 300 Unterkünfte entstanden.
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Auch für Kinder waren die Erlebnisse der Flut schwer.

Unsere Bündnisorganisationen haben zahlreiche Projekte für Kinder und Jugendliche ins Leben gerufen. Ein Beispiel – hier zu sehen – ist dieses Familienfest in Hagen (NRW), organisiert von der Arbeiterwohlfahrt.
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"Manchmal treten die Ängste in den Vordergrund"

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Christine Köhler von IsraAid Germany e.V., einem Partner der Bündnisorganisation ZWST, ist Kunsttherapeutin und arbeitet mit Mädchen und Jungen in den Flutgebieten.

Aktion Deutschland Hilft: Frau Köhler, worum geht es bei der Kunsttherapie?

Christine Köhler: Es geht vor allem darum, den Kindern, ihren Gefühlen und Themen einen Raum zu geben. Jedes Kind darf malen, was es möchte. Wir geben aber auch Themen vor, zum Beispiel "Fische" oder "Wut". Es geht auch um Stressreduktion. Viele Kinder – gerade in Orten wie Odendorf, die stark von der Flut betroffen waren – spüren Zuhause den Stress ihrer Eltern und halten sich mit ihren Gedanken lieber zurück.

Ein Jahr ist seit der Flutkatastrophe vergangen. Wie erleben Sie die Kinder heute?

Viele sind unruhig. Das kann zum Beispiel daran liegen, dass das Zuhause noch eine Baustelle ist. Oft haben die Kinder keinen Ort, an dem sie sich zurückziehen können; das eigene Zimmer ist vielleicht noch nicht wieder so wie früher. Die Schulen und Lehrer sind häufig die einzige Konstante, sie schaffen Struktur. Wir arbeiten daher eng mit ihnen zusammen.

Manchmal merke ich, dass die Ängste in den Vordergrund treten, etwa beim Starkregen vergangene Woche.

Was ist passiert?

Ich saß mit einer Kindergruppe zusammen und es regnete und gewitterte. Je länger es dauerte, desto größer wurden die Ängste. Die Kinder fragten sich: "Was passiert gerade mit Mama und Papa?" Wir haben dann versucht, über die Ängste zu sprechen und haben gemeinsam gewartet, bis die Eltern alle abgeholt hatten.

Haben die Kinder noch ein starkes Bedürfnis, über die Erlebnisse der Flut zu sprechen?

Es ist nicht immer ein vorrangiges Thema. Wie viel die Kinder erzählen, hängt auch davon ab, wie gut ich sie in der Zeit kennenlerne, in der ich mich mit den Gruppen treffe.

Bei unseren Treffen soll es auch darum gehen, Spaß zu haben, ein wenig Normalität zu schaffen und nicht immer nur über die Flut und den Wiederaufbau zu sprechen.

Bis Juni 2022 wurden mit der Kunsttherapie 272 Menschen erreicht, 70 Prozent davon sind Kinder. Das Angebot gibt es in jeweils zwei Orten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die Treffen finden einmal wöchentlich statt; ein Kurs dauert mindestens drei Monate.
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"Wer will schon in einem zerstörten Leben mit einem neuen Leben beginnen?“, sagt Stefanie Könitz-Goes, Projektleiterin des ASB Hebammenmobils.

Schwangere Frauen standen nach der Flut vor besonderen Herausforderungen. Viele verließen die Region vorerst. Gleichzeitig gestaltete sich die Arbeit für viele Hebammen schwierig: eigene Betroffenheit, beschädigte Autos und zerstörte Straßen.
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Mithilfe von Spenden bringt der ASB ein Hebammenmobil in die Flutgebiete:

  • Hebammenversorgung und Schwangerenberatung
  • eine rollende Praxis – unter anderem ausgestattet mit Wehenschreiber und Spielzeug für die künftigen großen Geschwister
  • regelmäßige Termine in betroffenen Kommunen in Rheinland-Pfalz und NRW

Im folgenden Video spricht Laura Aupke über das Projekt.
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Seit Herbst 2021 stehen in Kalenborn oberhalb des Ahrtals sogenannte multifunktionale Gesundheits-Container, finanziert von der Bündnisorganisation action medeor.

Tausende Menschen wissen seitdem wieder ihre Ärztin und Apothekerin in der Nähe.
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